In der Medizin haben starke Regelschmerzen einen klaren Namen: Dysmenorrhoe. Trotzdem wird häufig behauptet, dass starke Schmerzen einfach „zur Periode dazugehören“. In unserer Gesellschaft gilt es oft als normal, dass Menstruierende diese Beschwerden einfach aushalten. Dabei können sie den Alltag erheblich beeinträchtigen.
Wie entstehen Regelschmerzen eigentlich? Bei einer Nicht-Befruchtung der Eizelle wird die oberste Schicht der Schleimhaut mit der Periode abgestoßen. Dabei ziehen sich die Muskeln der Gebärmutter immer wieder zusammen, um das nicht mehr benötigte Gewebe abzutransportieren. Das kann Regelschmerzen verursachen – ein Ziehen im Unterbauch ist also normal. Bei Dysmenorrhoe gehen die Schmerzen aber deutlich darüber hinaus. Sie sind sehr intensiv und krampfartig, strahlen oft in den Rücken oder die Beine aus und manche Betroffene können kaum noch aufrecht stehen. Zudem kommen häufig Begleitsymptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Verdauungsbeschwerden dazu.
Für einige sind die Schmerzen so stark, dass an einen normalen Alltag kurz vor oder während der Periode kaum zu denken ist. Sie fehlen bei der Arbeit oder in der Schule, müssen Verabredungen und Termine absagen und sind gezwungen, auf dem Sofa oder im Bett zu liegen. Vielleicht hast du das bei deiner Partnerperson auch schon so erlebt.
Ein wichtiger erster Schritt zur Unterstützung ist, diese Schmerzen ernst zu nehmen und nachzuvollziehen, wie sehr sie dein:e Partner:in beeinträchtigen.