Menstruationsschmerzen werden im medizinischen Kontext auch Dysmenorrhoe genannt. Man kann sie nach ihren Ursachen in zwei Arten unterteilen: primäre und sekundäre Dysmenorrhoe.
Die primäre Dysmenorrhoe tritt häufig bereits in jungem Alter auf. Sie ist nicht mit einer zugrunde liegenden Krankheit verbunden, sondern stellt selbst die Krankheit dar. Als Grund für die Periodenschmerzen vermutet man bei der primären Dysmenorrhoe einen erhöhten Spiegel an Prostaglandinen. Prostaglandine sind Botenstoffe, die in unserem Körper für Entzündungsprozesse, Schmerzweiterleitung und die Verengung von Gefäßen zuständig sind. Im Rahmen der Menstruation sind sie dafür verantwortlich, dass die Gebärmutter sich zusammenzieht und somit die aufgebaute Schleimhaut effektiv abstoßen kann. Werden zu viele Prostaglandine ausgeschüttet, kontrahiert die Gebärmutter sehr stark. Das kann zu Regelschmerzen führen. Gleichzeitig werden Nervenendigungen sensibilisiert, sodass der Schmerz stärker wahrgenommen wird.
Die sekundäre Dysmenorrhoe hingegen hat eine konkrete Ursache und tritt deshalb auch meist erst später im Leben auf. Meistens hatten Betroffene früher eine schmerzfreie Regel und entwickeln im Laufe ihres Lebens Beschwerden. Als Ursachen kommen für die Unterleibsschmerzen bei der sekundären Dysmenorrhoe folgende Krankheitsbilder am häufigsten in Frage:
- Endometriose: Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnlich ist, wächst außerhalb der Gebärmutterhöhle. Die Endometrioseherde reagieren selbst auch auf Prostaglandine, was die Schmerzsignale im Körper verstärken kann. Gleichzeitig kommt es zu entzündlichen Prozessen und Verwachsungen, die für Betroffene oft starke Regelschmerzen auslösen. Wichtig ist hier aber, dass es nicht nur während, sondern auch außerhalb der Periode zu Schmerzen kommen kann. Endometriose bringt weiterhin noch viele andere belastende Symptome mit sich.
- Adenomyose: Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnlich ist, wächst in die Muskelschicht der Gebärmutter ein. Auch hier werden vermehrt Prostaglandine ausgeschüttet, was auch zu Regelschmerzen führt.
- Uterusmyome, Uteruspolypen: Gutartige Tumore/Wucherungen, die aus glattem Muskelgewebe der Gebärmutter bestehen. Die Knoten können je nach Lage und Größe die Kontraktionen der Gebärmutter verstärken.